Über Justin

Justin Hombach ist Gitarrist, Pädagoge und YouTuber, spezialisiert auf Speed Picking und Shred-Gitarrentechnik. Er ist staatlich geprüfter Instrumentalmusiker und Lehrer. Sein Online-Kurs „The Zen of Speedpicking" wurde von Jordan Rudess (Dream Theater), Christian Münzner (Obscura) und Tom Geldschläger (Ex-Obscura) empfohlen.

Justin Hombach

Ich habe mit 13 zum ersten Mal richtig eine Gitarre in die Hand genommen — es war die Gitarre meines älteren Bruders. Anfangs war es nur kindliches Geklimper, aber dieses Geklimper wurde schnell zu etwas viel Größerem. Mit mehr Gain und mehr Distortion. Von da an bestanden meine Tage hauptsächlich aus Schule und Gitarre spielen.

Wie die meisten Gitarristen meiner Generation war mein erstes großes Idol Kirk Hammett von Metallica. Aber meine „Idole für die Ewigkeit" – wie jeder weiß, der meine YouTube-Videos verfolgt – sind John Petrucci, Yngwie Malmsteen und Paul Gilbert. Nach der Schule stand für mich also außer Frage, was ich mit meinem Leben anfangen wollte. Ich wollte besser an der Gitarre werden — und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Ich begann mein Studium an der „Frankfurter Musikwerkstatt" und ließ mich dort zum staatlich geprüften Instrumentalmusiker und Lehrer im Bereich Jazz und Popularmusik für das Fach „E-Gitarre" ausbilden (so lautet der offizielle Titel LOL).

Ich wollte nie etwas anderes machen.

In Deutschland ist es verpönt, Vollzeitmusiker zu werden. Hinter vorgehaltener Hand denkt man zuerst, dass man früher oder später als Taxifahrer oder so endet.

Aber zwei Dinge waren mir von relativ früh an glasklar: Ich konnte nichts anderes als Gitarre spielen. Und ich wollte nichts anderes als Gitarre spielen.

Die Frage nach einem anderen Job stellte sich also gar nicht. Niemals.

Um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, begann ich früh zu unterrichten. Und seitdem macht es mir wirklich Freude zu sehen, wie meine Schüler Fortschritte machen und besser werden — in einem viel schnelleren Tempo als ich damals. Ich denke oft: „Ich wünschte, ich hätte das alles früher gewusst und beigebracht bekommen." Aber was mir besonders Spaß machte, war das Entwickeln individueller Konzepte, das Gestalten von Übungsplänen und Routinen — individuell für jeden Schüler.

Heute teilt sich meine Lehrtätigkeit in Präsenz- und Online-Unterricht auf, da ich irgendwann Anfragen von Gitarristen aus dem Ausland bekam, die ihr Speedpicking verbessern wollten. Speedpicking im Metal hat sich in den letzten Jahren als mein Lieblingsthema herauskristallisiert, und dort habe ich die meiste Übungszeit investiert. Ich fühle mich sehr geehrt und privilegiert, dass andere in diesem Nischenthema von mir lernen wollen. Das Wissen, das ich über viele Jahre aufgebaut habe, habe ich übrigens auch in meinen Online-Kursen festgehalten.

So sehr ich das Unterrichten liebe und genieße — auf der Bühne stehen möchte ich auch nicht missen. Denn meiner Meinung nach ist Musik letztlich dazu da, für andere Menschen gespielt zu werden, und nirgendwo sonst spüre ich ein solch elektrisierendes Gefühl der Verbundenheit wie auf der Bühne, wenn ich zusammen mit meiner Band mit dem Publikum interagiere.